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IMKERSEIN

 

„Geht’s den Bienen gut – geht’s auch den Menschen gut“, diesen Satz hat mir schon mein Großvater vor 40 Jahren gesagt. Damals war ich ein kleiner Bub in der Steiermark, der seinen Opa in die Bienenhütte hinterm Haus begleitete. Er mit einer qualmenden Pfeife im Mund und ich aufgeregt, wenn es ums Honigschleudern ging. Wenn er den zähflüssigen, duftenden Honig schließlich in die Gläser abfüllte, waren wir beide selig. Seit damals weiß ich, dass Bienen ein großes Glück sind. Nach drei Jahrzehnten auf Abwegen habe ich die Imkerei zu meinem Beruf gemacht.

Meine Überzeugung: Bienen sind wilde Tiere und alles, was ich tun kann, ist, ihnen ein perfektes Umfeld zu schaffen. Ich suche Sammelplätze, sorge für naturbelassene Holzbehausungen und pflege meine Völker mit viel Fürsorge. So verstehe ich auch mein Handwerk, das von großem Respekt für die Natur geleitet wird. Jeden Tag. Allerdings: Meine Arbeit heute ist unkonventioneller als die meines Großvaters.”

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MEINE BIENEN

 

Ich wohne in der Stadt, in einer Wohnung – meine Bienenstöcke stehen an vielen Plätzen mitten in der Natur. Ich bin also viel unterwegs, weil ich sie regelmäßig besuche, um nach dem Rechten zu sehen. Vor sieben Jahren habe ich mit zehn Völkern begonnen. Das war noch neben meinem Job als Tourismusmanager. Aus einem Hobby ist dann ernst geworden. Heute bin ich offiziell Landwirt, habe zehn Millionen Mitarbeiterinnen/Kolleginnen in insgesamt 150 Bienenstöcken, die ich in und um Wien betreue. Meine Werkstatt ist im dritten Bezirk.

 

Jedes Volk ist anders, aber jedes ist sammelfreudig. Was Bienen mögen, ist eine große Auswahl an verschiedenen Nahrungsquellen. Das heißt: Weite Flächen, auf der ein und dieselbe Pflanzenart wachsen, mögen sie genauso wenig wie Getreidefelder, die vom Wind bestäubt werden.

 

Was sie als wilde Tiere mögen, ist wilde Natur: unbewirtschaftete Landstriche, Wälder, Blumenwiesen und Obstbäume. Dort sammeln sie mit den Blütenpollen auch alle Nährstoffe, die sie brauchen, um nicht krank zu werden.

 

Als besonders abwechslungsreiches, und damit gutes Sammelgebiet hat sich die Stadt erwiesen. Parks, Dachterrassen, Alleen, große und kleine Gärten mit Blumenrabatten sind ein Paradies für meine Völker. Danke allen, die sie pflanzen! Dass Bienen davon profitieren, haben sicherlich viele gar nicht gewusst. Auch mich hat es überrascht.

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BIENENPRODUKTE

 

Je näher an der Natur, desto gesünder die Bienen und desto besser der Honig. Gäbe es uns Imker nicht, würde sich ein Volk beispielsweise in einem hohlen Baum ansiedeln und dort bleiben. Genau das versuche ich nachzuahmen. Ich verwende Bienenstöcke aus Holz, keine Kunststoffe und nutze das Wachs aus meinen eigenen Stöcken, für den Wabenbau des nächsten Jahres. Es ist total biologisch und ohne chemische Rückstände.

 

Ich übersiedle meine Bienenstöcke auch nicht, sondern belasse sie an einem Standort. Das kann bedeuten, dass die Honigernte manchmal nicht so üppig ausfällt, weil im Verlauf des Sommers gerade weniger Blumen an einem Standort blühen, dafür erspare ich meinen Völkern den Stress eines Ortwechsels.

 

Meine Aufgabe als Imker ist es aber auch, die Zeichen meiner Völker richtig zu deuten. Ich sorge dafür, dass sie möglichst optimale Bedingungen vorfinden. Auf diese Art bin ich den wilden Bienen nützlich. Das zeigen sie mir auch. Wenn es im Stock friedlich ist, bin ich zufrieden.

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VERANTWORTUNG

 

Was uns Imkern und damit den Bienenvölkern rund um den Erdball zu schaffen macht, sind die vielen Insektizide, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Sie schwächen die Bienenvölker und lassen sie anfällig für Krankheiten werden.

 

Neonicotinoide zum Beispiel sind Pflanzenschutzmittel, die über die Wurzeln in die Blätter gelangen, um diese vor Insektenfraß zu schützen. Für die Bienen, die auf solchen Pflanzen Nektar sammeln, sind Neonicotinoide Nervengift, und lassen sie jede Orientierung verlieren.

 

Ein durch solche Umwelteinflüsse geschwächtes Bienenvolk ist anfällig für Krankheiten. Vor allem die Varroamilbe ist eine der größten Bedrohungen. Sie überträgt zusätzlich auch einen Virus und gefährdet damit die Existenz eines Volkes.

 

Auch meine Völker sind davor nicht gefeit. Durch regelmäßige Kontrollen versuche ich Gefahren rechtzeitig zu erkennen und helfe den Bienen, sie wieder loszuwerden. Varroamilben behandle ich mit Ameisensäure.

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