01 Jänner – jetzt
Winterruhe
Die Bienen sitzen dicht in der Wintertraube und wärmen einander mit ihren Flugmuskeln. Wir lassen sie in Ruhe, horchen höchstens am Stock – und richten Rähmchen und Werkzeug für die Saison her.
Imkermeister in dritter Generation – mit 130 Bienenstöcken in und um Wien.
Unsere Standorte


Ich wohne in der Stadt, in einer Wohnung – meine Bienenstöcke stehen an vielen Plätzen mitten in der Natur. Ich bin also viel unterwegs, weil ich sie regelmäßig besuche, um nach dem Rechten zu sehen. Vor 9 Jahren habe ich mit zehn Völkern begonnen. Das war noch neben meinem Job als Tourismusmanager. Aus einem Hobby ist dann ernst geworden. Heute bin ich offiziell Landwirt, habe neun Millionen Mitarbeiterinnen/ Kolleginnen in insgesamt 130 Bienenstöcken, die ich in und um Wien betreue. Meine Werkstatt befindet sich im 23. Bezirk.
Jedes Volk ist anders, aber jedes ist sammelfreudig. Was Bienen mögen, ist eine große Auswahl an verschiedenen Nahrungsquellen. Das heißt: Weite Flächen, auf der ein und dieselbe Pflanzenart wachsen, mögen sie genauso wenig wie Getreidefelder, die vom Wind bestäubt werden.
Parks, Dachterrassen, Alleen, große und kleine Gärten mit Blumenrabatten sind ein Paradies für meine Völker. Danke allen, die sie pflanzen! Dass Bienen davon profitieren, haben sicherlich viele gar nicht gewusst. Auch mich hat es überrascht!
Parks, Dachterrassen, Alleen, große und kleine Gärten mit Blumenrabatten sind ein Paradies für meine Völker.
Das Imkern liegt bei uns in der Familie. Für mich bedeutet es Glück, in einer großen Familie aufgewachsen zu sein und von meinen Eltern und Großeltern Rückhalt und Werte mit auf den Weg bekommen zu haben. Heute bin ich Imkermeister in 3. Generation und jeden Tag dankbar, dass ich mit Bienen arbeiten und einen der schönsten Berufe ausüben darf.
Mama
viele viele Handgriffe und Liebe zum Detail
Franz
der Zimmermann in der Familie
Christian
damit’s immer sauber zugeht
Nil
liebt Bienen und packt immer an, wo Hilfe gebraucht wird
Maja
sie hatte nicht mal Zeit für einen Schnappschuss
Was wir Monat für Monat bei unseren Bienen tun – vom stillen Jänner bis zum Einwintern im Herbst.
01 Jänner – jetzt
Die Bienen sitzen dicht in der Wintertraube und wärmen einander mit ihren Flugmuskeln. Wir lassen sie in Ruhe, horchen höchstens am Stock – und richten Rähmchen und Werkzeug für die Saison her.
02 Februar – jetzt
Wachs schmelzen, Rähmchen drahten, Beuten ausbessern. Im Stock beginnt schon die erste Brut, und an milden Tagen holen die Bienen Pollen von Hasel und Erle.
03 März – jetzt
Ab rund 10 °C fliegen die Bienen zum ersten Mal aus und erleichtern sich nach Monaten im Stock. An einem warmen Tag folgt die erste kurze Durchsicht: Ist die Königin da, gibt es Brut, reicht das Futter?
04 April – jetzt
Kirsche, Marille und Löwenzahn blühen, das Volk wächst rasant. Wir geben neue Waben dazu und setzen zur Kirschblüte den ersten Honigraum auf.
05 Mai – jetzt
Jetzt wollen die Völker schwärmen. Etwa jede Woche schauen wir nach Weiselzellen, bilden Ableger und setzen weitere Honigräume auf. Ab Mitte Mai blüht die Robinie – in Wien „Akazie“.
06 Juni – jetzt
Haben die Bienen die Waben verdeckelt, ist der Honig reif: Wir ernten Frühjahrs- und Akazienhonig. Gleich danach duftet die Stadt nach Linde.
07 Juli – jetzt
Linden- und Waldhonig kommen in die Schleuder, danach durchs Sieb und zur Ruhe in den Kübel. Nach der letzten Ernte beginnt die Sorge für den Winter.
08 August – jetzt
Gegen die Varroa-Milbe behandeln wir mit natürlicher Ameisensäure, wie es die Bio-Richtlinien vorsehen. Dann füttern wir ein: Für den Winter braucht ein Volk rund 15 bis 20 kg Vorrat.
09 September – jetzt
Jetzt schlüpfen die Winterbienen – sie leben nicht ein paar Wochen, sondern bis ins Frühjahr. Wir prüfen Futter und Stärke und vereinen zu schwache Völker.
10 Oktober – jetzt
Mäusegitter vors Flugloch, Beuten dicht und windgeschützt: Die Völker werden winterfest. Die Königin legt kaum noch Eier, das Volk rückt zusammen.
11 November – jetzt
Draußen ist Ruhe, drinnen bildet sich die Wintertraube. Wir füllen Honig ab, kleben Etiketten und verarbeiten das Wachs des Jahres.
12 Dezember – jetzt
In der brutfreien Zeit behandeln wir ein zweites Mal gegen die Varroa – mit Oxalsäure, die im Bio-Betrieb erlaubt ist. Dann heißt es: Ruhe geben und Honig verschenken.
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